nach bowen massage

Was ist die Bowen Technik und bei wem kann sie helfen?

Die Bowen-Technik – wirksame Schmerzlinderung durch sanfte Stimulation

Seit über 60 Jahren wird die Bowen-Therapie erfolgreich bei vielen körperlichen Beschwerden angewendet. Sie ist eine manuelle Heilmethode, die auf die Ursache der Verletzung gezielt eingeht und die Selbstheilungsprozesse des Körpers aktiviert. Auf diese Weise werden chronische Schmerzen beseitigt und auch Stress, Migräne und Verspannungen lösen sich durch die Bowen-Therapie.

Bowen-Technik – was ist das?

die idee hinter bowen

Entwickelt wurde die Methode von dem Autodidakten und Osteopathen – wie er sich selbst bezeichnete – Thomas Bowen in Australien in den 50er Jahren. Die Begriffe „Bowen-Therapie“, „Bowen- Technik“ oder auch „Bowtech“ wurden erst nach seinem Tod im Jahre 1982 gefestigt. Mitte der 80er Jahre etablierte sich die erste Schule für Bowtech in Australien und mittlerweile gibt es neben weltweiten Lehrinstitutionen auch im deutschsprachigen Raum mehrere Institutionen, die Ausbildungen in der Bowen-Technik anbieten.
Als leidenschaftlicher Footballfan widmete sich Bowen zunächst der klassischen Massage und beobachtete Masseure seiner Lieblingsmannschaft bei der Arbeit. Durch seine Beobachtungen schlussfolgerte er nach einigen Versuchen schließlich auf seine eigene Theorie der Selbstheilung des Körpers. Seine Arbeitsstelle gab er gänzlich auf nachdem er bei Bekannten zunächst im kleinen Kreis seine Methode anwendete und eröffnete schließlich eine eigene Praxis – mit großem Erfolg. An Samstagen war seine Praxis ausschließlich für die Armen und für „sein“ Football-Team geöffnet.

Die Bowtech-Idee


Bowen ging davon aus, dass jeder Organismus über ein Selbstheilungssystem verfügt, dass – bei richtiger Stimulation – jederzeit und gezielt eingesetzt werden kann. Der Körper heilt sich selbst. Seine Theorie basiert darauf, dass Schmerzen in Muskeln und im Gewebe zu Verspannungen führen. Sind diese Verspannungen erst einmal gelöst, setzt der Heilungsprozess von selbst ein. Dies geschieht über das komplexe System zwischen Nerven, den Gehirn und dem betroffenen Körperteil.
Grundlegend wird davon ausgegangen, dass durch Griffe an bestimmten Körperstellen das Bewusstsein gezielt auf ein Areal des Körpers aufmerksam gemacht wird. Die Berührungen sind sehr sanft und nur von kurzer Dauer. Sie werden von circa zweiminütigen Pausen begleitet. Diese Erholungsphasen sind sehr wichtig, damit die gesetzten Impulse vom Körper verarbeitet werden können. Die kurzen Berührungsphasen – auch „Moves“ genannt – heben sich von anderen Behandlungsmethoden wie Massagen, Akkupressur, Akkupunktur oder Triggering grundsätzlich ab. Der Körperkontakt ist bei der Bowen-Technik immer nur von sehr kurzer Dauer und wird auch nicht an dem erkrankten oder schmerzenden Körperteil angewandt. So wird beispielsweise bei Migräne das Steißbein „gemoved“.

Die Behandlung nach Bowen

Je nach Erscheinungsbild der Erkrankung oder der Form der Schmerzen dauert eine Sitzung zwischen 15 und 45 Minuten. Auf dem Bauch oder dem Rücken liegend wird der Patient mit einer wärmenden Decke zugedeckt, damit der Körper in dieser Ruhephase nicht auskühlt. Ein Entkleiden ist nicht nötig. In den ersten Sitzungen wird der Patient meist nur kurz behandelt, denn die Bowen-Methode fordert dem Körper einiges ab. Oft kommt es zu Erschöpfungserscheinungen und Muskelkater, daher wird die Länge und Intensität der Behandlung erst mit der Zeit gesteigert.
Der Therapeut führt die Moves aus, indem er die Haut zunächst mit den Fingern oder der Hand sanft zurückschiebt, dann wird ein intensiver Kontakt zu den Strukturen unterhalb der Haut hergestellt. Je nach Erscheinungsbild der Beschwerden sind es Muskeln, Sehnen, Faszien oder das Bindegewebe. Dadurch wird auf das Nervensystem eingewirkt und die Selbstheilungskräfte des Körpers werden in Gang gesetzt.

Wirkung der Bowen-Technik

Bereits nach wenigen Sitzungen wird von einer Verbesserung des körperlichen Zustandes berichtet. Nicht nur die betroffenen, schmerzenden Körperpartien haben eine Linderung bis Heilung erfahren, auch das allgemeine Wohlbefinden habe sich deutlich verbessert. Das Einwirken auch auf die Psyche wird von vielen Patienten bestätigt. Eine deutliche Entspannung stellt sich ein, die zu mehr Lebensqualität und körperlicher Energie führt.
Angewendet werden kann die Bowen-Therapie bei allen Beschwerden des Rückens, auch bei Ischiasbeschwerden, Muskelverspannungen, Fehlhaltungen, Migräne, bei Ödemen und Störungen des Lymphflusses, Kiefergelenkproblemen und vielem mehr.
Zudem kann diese Therapie auch ergänzend zu anderen Heilverfahren angewandt werden.
Bei Schwangeren wird von Moves am Steißbein abgeraten, da dies Gebärmutterkontraktionen herbeiführen kann. Auch bei Brustimplantaten sind Moves im Brustbereich nicht förderlich.
Ausgiebige Gespräche im Vorfeld mit dem Therapeuten sind unerlässlich, um einen Erfolg der Therapie gewährleisten zu können.

Als alternative Heilmethode zeichnet sich die Bowen-Technik besonders durch ihre überdurchschnittlichen Erfolgsaussichten aus. Wissenschaftlich belegt ist diese Methode bislang noch nicht, obwohl viele Theorien kursieren. Thomas Bowen persönlich war es seinerzeit egal, warum es wirkt. Es wirkt – das ist das Wichtigste.